Encaustic?
In keiner Kunstart gibt es so vielseitige Techniken und Malutensilien, wie in der Encaustic-Malerei.
Die Spannbreite liegt zwischen großflächigen Lasurtechniken (Malen mit Heißluftgeräten), bis hin zu verschiedenen Pinsel- und Zeichenstiftmalereien, die ebenfalls nur heiß funktionieren, also mit einem Schmelzeffekt ausgestattet sind. Man kann Hilfsmittel wie Schwämme, Kämme, Spachtel, Cauterias benutzen um bestimmte Effekte zu erzielen.
Am meisten wird jedoch das Maleisen benutzt, mit dem sehr viele Techniken möglich sind. Gemalt wird auf einem speziell verdichteten Malkarton, der für die Wachsmalerei entwickelt wurde.
Weiterhin kann man Leinwände, Glas, Holzplatten etc. verwenden.
Das Encaustische Wachs, das in einem speziellen Verfahren hergestellt wird, besteht aus ca. 80% Bienenwachs versetzt mit Pigmenten und Zusatzstoffen. Es hat in den letzten Jahren eine Menge Neuentwicklungen gegeben, die vor allem
Michael Bossom (dem “Guru“ der Encaustic-Neuzeit) zu verdanken sind.
Das aufgetragene Wachs hat durch die neuen Wachszusammensetzungen eine hohe Leuchtkraft und Farbbrillianz.
Encaustic ist eine Maltechnik, die vom Begriff her vom Griechischen für „einbrennen“ stammt.
Schon vor ca. 3000 Jahren wurde das Verfahren im alten Ägypten benutzt- einige Mumienbilder kann man heute z. B. im Britischen Museum in London oder im Nationalmuseum in Kairo bestaunen.
Die Farbintensivität entsteht durch den Lichteinfall und dessen Eindringen in die Wachsschichten. Dadurch sieht es aus, als ob das Bild von innen leuchtet.
Die Encaustic gehört nach der Höhlenmalerei zu den ersten Gestaltungsformen des Menschen.
Mann nimmt an, dass vor ca. 3000 Jahren die ersten Encaustic- Künstler durch Mischen von Bienenwachs und Farbpigmenten mit Hilfe von heißen Spachteln(Bronze?) die ersten Bilder auf Holz- oder Elfenbeintafeln aufgetragen haben.
Vielfach wurden die Grabstätten damit verziert.
Die Griechen verwendeten das Bienenwachs wegen der konservierenden Wirkung, und später den sagenhaften „Punischen Wachs“ um ihre Schiffe abzudichten, und dann später wahrscheinlich auch für Verzierungen.
Homeros (ca. 800 B.C.) berichtet von den bemalten Schiffen der Griechen vor Troja. Vielleicht waren dies schon encaustischen Ursprungs…?